Das Lied der türkisen Rose
Bodhisattva Tara,
die die Rufe der Lebewesen im Samsara wahrnimmt
und sie durch ihr unendlich weites Tor errettet
Nun fragte der Bodhisattva Unerschöpfliche Bedeutung mit Versen:
In aller Welt Verehrter, vollendet mit wunderbaren Merkmalen!
Darf ich dich noch einmal fragen: Aufgrund welcher Ursache
Heißt die Buddha-Schülerin „Die, die Rufe der Welt wahrnimmt?“
Der Verehrte, vollendet in wunderbaren Merkmalen,
gab in Versen die Antwort:
Höre von den Handlungen der Tara!
Heilsam hält sie sich an verschiedenen ungezählten Orten auf,
Mit ihren weit umfassenden Versprechen, groß wie der Ozean.
Unzählig, unvorstellbar sind die Zeitalter,
in denen sie vielen Myriaden von Buddhas diente.
Dann legte sie das große, lautere Wunschgelübde ab.
Ich will es deinetwillen kurz darlegen.
Diese Wirkung gemäß dem Abhängigen Entstehen ihrer heilsamen
Handlungen ist so:
Wer ihren Namen vernimmt und ihren Körper sieht,
Wer sie im Geist behält und nicht falsch denkt,
Wird fähig sein, das unerträgliche Leid allen Daseins auszulöschen.
Sollte jemand die Absicht haben, einen Menschen zu schädigen
Und diesen in ein loderndes Feuer zu werfen,
Und jener denkt an die Kraft von Bodhisattva Tara,
So verwandelt sich das Feuer
Und wird zu einem See.
Oder einer treibt auf einem weiten Ozean,
Bedroht von Schlangen, Fischen und Dämonen
Und er bedenkt dann die Kraft von Tara,
So können ihm die Wogen nicht versenken.
Oder, wenn einer von der Spitze des Berges Sumeru
Von Menschen hinab gestoßen wird,
Und er denkt an die Kraft von Tara,
Wird er wie die Sonne im Himmel stehen.
Wenn einer von bösen Menschen bedrängt
Und vom Diamaten-Berg hinunterstürzt
Und bedenkt die Kraft von Tara,
wird ihm kein Haar gekrümmt.
Wenn einer von Feinden umzingelt ist,
Die ihre Waffen ziehen und ihm Schreckliches zufügen wollen
Und er bedenkt die Kraft von Tara
Werden sie voll Mitgefühl sein!
Wenn einer auf Befehl des Königs hingerichtet werden soll
Und er bedenkt die Kraft von Tara,
Wird das Schwert, auf die eine oder andere Art in Stücke bersten.
Oder, wenn einer im Gefängnis ist
Und an Füßen und Händen Fesseln trägt
Und die Kraft von Tara bedenkt,
Wird er Freiheit erlangen.
Wenn einer durch Beschwörung oder verschiedene Gifte
Den Körper von jemandem zu vergiften trachtet
Und dieser die Kraft Taras bedenkt,
Wird all dies auf den Verursacher zurückfallen.
Oder, wenn einer
Auf böse Raksas, giftige Schlangen und ähnliche Dämonen trifft
Und er die Kraft von Tara bedenkt,
Können sie ihm alle keinen Schaden zufügen.
Wenn einer umzingelt ist von wilden Tieren
Mit scharfen Stoßzähnen und Furcht erregenden Krallen
Und die Kraft von Tara bedenkt,
So werden sie sich in alle Richtungen davon machen.
Wenn Schlangen, Nattern und Skorpione angreifen,
Von denen tödliche Gefahr ausgeht,
Und er die Kraft von Tara bedenkt,
Werden sie beim Klang seiner Stimme sofort verschwinden.
Wenn Blitze das Firmament erleuchten und Donner grollt,
Riesige Hagelkörner und Regengüsse vom finstern Himmel stürzen:
Bedenkt er die Kraft von Tara,
werden sich die Unwetter sogleich auflösen.
Wenn Lebewesen unermessliche Leiden und Gefahren begegnen
Und mit unbeschreiblichen Qualen deren Körper niederzwingen,
Kann Tara durch die Kraft ihrer wunderbaren Weisheit
Diese Lebewesen von den Leiden der Welt retten.
Vollkommen in der überirdisch durchdringenden Kraft
Und weithin die geschickten Hilfsmittel ihrer Weisheit praktizierend,
Gibt es in den verschiedenen Ländern der zehn Richtungen
Keinen Ort, an dem sie nicht plötzlich erschiene.
All die verschiedenen üblen Pfade, Hölle, hungrigre Geister, Tiere,
Die Leiden von Geburt, Alter, Krankheit und Tod
Lässt sie allmählich verschwinden.
Nach ihrem wahrhaften Blick, dem klaren, reinen Blick,
Dem weithin reichen Blick großer Weisheit,
Dem Blick voller Liebe und Mitgefühl,
Soll man immer sehnsüchtig aufsehen!
Von fleckenlosem, reinem, klaren Licht,
Vertreibt die Bodhisattva als Mondin der Weisheit die Dunkelheit.
Unwetter, Sturm und Feuer kann sie besiegen,
Über allem erleuchtet die Bodhisattva strahlend die Welt.
Der Dharma ihres Mitgefühls ist wie Donnergrollen,
ihr liebevoller Sinn ist wunderbar und wie eine große Wolke.
Sie lässt den Regen des Dharmas wie himmlischen Nektar herabströmen
Und bringt die Flamme der weltlichen Sorgen zum Erlöschen.
Wenn man bei einer Klage des Gerichtes
Oder an einem Kriegsschauplatz in Furcht gerät
Und bedenkt die Kraft von Tara, werden alle Ängste sich auflösen.
Mit wunderbarer Stimme lehrt Tara die Lebewesen,
Mit reiner Stimme, die der Stimme des Meeres bei Ebbe und Flut gleicht;
Der brillanteste Ton, in dieser Welt!
Deshalb soll man andauernd an sie denken.
Die, die sehnsüchtigen Rufe der Welt beachtet,
Tara, makellos und heilig,
Vermag allen in Leid, Not und Todesgefahr,
Zuflucht und Schutz zu gewähren.
Vollkommen in allen tugendhaften Verdiensten,
Blickt sie mit Augen voll Liebe und Mitgefühl auf die armen Lebewesen
Unermesslich wie der Ozean sind die glückhaften Gaben und ihre andauernde Hilfe.
Deshalb soll man sein Haupt vor ihr in tiefer Verehrung neigen
Und ihr das zehnfache Opfer der „Blumen der 5 Sinne“ darbringen!
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