Donnerstag, 4. März 2010

Das Lied der türkisen Rose (verfasst zum Losar 2010)

Das Lied der türkisen Rose

Bodhisattva Tara,

die die Rufe der Lebewesen im Samsara wahrnimmt

und sie durch ihr unendlich weites Tor errettet

Nun fragte der Bodhisattva Unerschöpfliche Bedeutung mit Versen:

In aller Welt Verehrter, vollendet mit wunderbaren Merkmalen!

Darf ich dich noch einmal fragen: Aufgrund welcher Ursache

Heißt die Buddha-Schülerin „Die, die Rufe der Welt wahrnimmt?“

Der Verehrte, vollendet in wunderbaren Merkmalen,

gab in Versen die Antwort:

Höre von den Handlungen der Tara!

Heilsam hält sie sich an verschiedenen ungezählten Orten auf,

Mit ihren weit umfassenden Versprechen, groß wie der Ozean.

Unzählig, unvorstellbar sind die Zeitalter,

in denen sie vielen Myriaden von Buddhas diente.

Dann legte sie das große, lautere Wunschgelübde ab.

Ich will es deinetwillen kurz darlegen.

Diese Wirkung gemäß dem Abhängigen Entstehen ihrer heilsamen

Handlungen ist so:

Wer ihren Namen vernimmt und ihren Körper sieht,

Wer sie im Geist behält und nicht falsch denkt,

Wird fähig sein, das unerträgliche Leid allen Daseins auszulöschen.

Sollte jemand die Absicht haben, einen Menschen zu schädigen

Und diesen in ein loderndes Feuer zu werfen,

Und jener denkt an die Kraft von Bodhisattva Tara,

So verwandelt sich das Feuer

Und wird zu einem See.

Oder einer treibt auf einem weiten Ozean,

Bedroht von Schlangen, Fischen und Dämonen

Und er bedenkt dann die Kraft von Tara,

So können ihm die Wogen nicht versenken.

Oder, wenn einer von der Spitze des Berges Sumeru

Von Menschen hinab gestoßen wird,

Und er denkt an die Kraft von Tara,

Wird er wie die Sonne im Himmel stehen.

Wenn einer von bösen Menschen bedrängt

Und vom Diamaten-Berg hinunterstürzt

Und bedenkt die Kraft von Tara,

wird ihm kein Haar gekrümmt.

Wenn einer von Feinden umzingelt ist,

Die ihre Waffen ziehen und ihm Schreckliches zufügen wollen

Und er bedenkt die Kraft von Tara

Werden sie voll Mitgefühl sein!

Wenn einer auf Befehl des Königs hingerichtet werden soll

Und er bedenkt die Kraft von Tara,

Wird das Schwert, auf die eine oder andere Art in Stücke bersten.

Oder, wenn einer im Gefängnis ist

Und an Füßen und Händen Fesseln trägt

Und die Kraft von Tara bedenkt,

Wird er Freiheit erlangen.

Wenn einer durch Beschwörung oder verschiedene Gifte

Den Körper von jemandem zu vergiften trachtet

Und dieser die Kraft Taras bedenkt,

Wird all dies auf den Verursacher zurückfallen.

Oder, wenn einer

Auf böse Raksas, giftige Schlangen und ähnliche Dämonen trifft

Und er die Kraft von Tara bedenkt,

Können sie ihm alle keinen Schaden zufügen.

Wenn einer umzingelt ist von wilden Tieren

Mit scharfen Stoßzähnen und Furcht erregenden Krallen

Und die Kraft von Tara bedenkt,

So werden sie sich in alle Richtungen davon machen.

Wenn Schlangen, Nattern und Skorpione angreifen,

Von denen tödliche Gefahr ausgeht,

Und er die Kraft von Tara bedenkt,

Werden sie beim Klang seiner Stimme sofort verschwinden.

Wenn Blitze das Firmament erleuchten und Donner grollt,

Riesige Hagelkörner und Regengüsse vom finstern Himmel stürzen:

Bedenkt er die Kraft von Tara,

werden sich die Unwetter sogleich auflösen.

Wenn Lebewesen unermessliche Leiden und Gefahren begegnen

Und mit unbeschreiblichen Qualen deren Körper niederzwingen,

Kann Tara durch die Kraft ihrer wunderbaren Weisheit

Diese Lebewesen von den Leiden der Welt retten.

Vollkommen in der überirdisch durchdringenden Kraft

Und weithin die geschickten Hilfsmittel ihrer Weisheit praktizierend,

Gibt es in den verschiedenen Ländern der zehn Richtungen

Keinen Ort, an dem sie nicht plötzlich erschiene.

All die verschiedenen üblen Pfade, Hölle, hungrigre Geister, Tiere,

Die Leiden von Geburt, Alter, Krankheit und Tod

Lässt sie allmählich verschwinden.

Nach ihrem wahrhaften Blick, dem klaren, reinen Blick,

Dem weithin reichen Blick großer Weisheit,

Dem Blick voller Liebe und Mitgefühl,

Soll man immer sehnsüchtig aufsehen!

Von fleckenlosem, reinem, klaren Licht,

Vertreibt die Bodhisattva als Mondin der Weisheit die Dunkelheit.

Unwetter, Sturm und Feuer kann sie besiegen,

Über allem erleuchtet die Bodhisattva strahlend die Welt.

Der Dharma ihres Mitgefühls ist wie Donnergrollen,

ihr liebevoller Sinn ist wunderbar und wie eine große Wolke.

Sie lässt den Regen des Dharmas wie himmlischen Nektar herabströmen

Und bringt die Flamme der weltlichen Sorgen zum Erlöschen.

Wenn man bei einer Klage des Gerichtes

Oder an einem Kriegsschauplatz in Furcht gerät

Und bedenkt die Kraft von Tara, werden alle Ängste sich auflösen.

Mit wunderbarer Stimme lehrt Tara die Lebewesen,

Mit reiner Stimme, die der Stimme des Meeres bei Ebbe und Flut gleicht;

Der brillanteste Ton, in dieser Welt!

Deshalb soll man andauernd an sie denken.

Die, die sehnsüchtigen Rufe der Welt beachtet,

Tara, makellos und heilig,

Vermag allen in Leid, Not und Todesgefahr,

Zuflucht und Schutz zu gewähren.

Vollkommen in allen tugendhaften Verdiensten,

Blickt sie mit Augen voll Liebe und Mitgefühl auf die armen Lebewesen

Unermesslich wie der Ozean sind die glückhaften Gaben und ihre andauernde Hilfe.

Deshalb soll man sein Haupt vor ihr in tiefer Verehrung neigen

Und ihr das zehnfache Opfer der „Blumen der 5 Sinne“ darbringen!

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